Start   Suche         [ Gast ]  07.09.2010 04:30:01
   


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Wir spenden! Wir helfen, trotz Regen und klirrender Kälte!

Mit „Wir“ meinen wir natürlich uns, die Klasse 8c! Vor genau fast einem Monat kam Herr Bethke in unseren Klassenraum geschneit. Na ja, das tut er fast jeden Montag und Mittwoch. Aber diesmal glänzten nur so seine Augen vor Vorfreude und Tatendrang, womit er uns auch kurze Zeit später ansteckte. „Sichtwechsel-Straßenkind für einen Tag“, so hieß der Titel von unserem Projekt! Mit anderen Worten: Einen Tag lang sollten wir Schuhe putzen, Autoscheiben waschen und alles Mögliche verkaufen. Ja, zuallererst hörte sich das nicht gerade prickelnd an, doch wenn man sich länger damit beschäftigt und alles genau durch plant, weckt es in einem einen so genannten „Tatentrangkobold“.

So geschah es dann, dass wir paar Wochen vor dem Jahrestag der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention durch die UNO folgendes geplant hatten:

Am 20.November würden wir in der Fußgängerzone vor der Bäckerei Lubig einen Infostand aufbauen, wo sämtliche Flyer und Prospekte nur darauf warteten von uns an die Umwelt verteilt zu werden, damit alle darauf aufmerksam werden, wie es den Straßenkindern auf der ganzen Welt ergeht! Natürlich hatten wir nicht nur geplant einen Infostand aufzubauen. Mit großem Erfolg verkauften wir Süßigkeiten, wie Snickers und Mars usw. Ein taktisch kluger Zug, da diese einige der beliebtesten Süßigkeiten sind, die es je gab. Und tatsächlich verschwanden sie ratz-fatz aus unseren Körbchen. Durch das Verkaufen von Süßigkeiten, großzügigen und weniger großzügigen Spenden erhielten wir eine Summe von 186,11 Euro. Und das in 1 ½ Stunden!

Das Schuhe putzen allerdings funktionierte, wie das Baby- und Hundesitten nicht all zu gut. Das lag nicht daran, dass das Babysitter-Team nicht vertrauenswürdig aussah! Nein, ganz im Gegenteil! Janin, Jana, Nina und ihre Kollegen sind die Vertrauenswürdigkeit in Person. Auch beim Schuhe putzen lag es nicht an Christina, Annika und Annkristin. Wobei, nebenbei bemerkt, beim Schuhe putzen neben den Journalisten, sich noch eine Dame bereitwillig ihre Schuhe von ihrer Enkelin Christina putzen ließ. Natürlich gegen eine kleine Spende!

Trotzdem halfen sie alle mit! Nun hieß es: Spenden sammeln, was das Zeug hält! Während Aydan, Dennis und Nadim Zeitungen verkauften, sowie auch Jana, tuckerte Corinna mit ihrem „Bauchladen“ durch die ganze Stadt und verkaufte alles von Taschentüchern bis zu Zahnpasta. Die Bewegung hielt sie alle einigermaßen warm. Doch die Kälte und der höhnische Wind hatten schon in kurzer Zeit den Infostand zum Opfer genommen.

Daniel, Tasso und Christoph waren schon fast durchgefroren, doch da kam auch schon kurz danach die Erleichterung… Schichtende. Für andere fing da aber gerade erst die Arbeit an. Die zweite Schicht trat noch mal den Endspurt an, da fing es auch schon an zu regnen.
Trotz der Nässe und Kälte gingen wir „Happy“ wieder nach Hause.
Schon früh am Morgen stürmten viele von uns vor die Haustüre, um endlich die lang ersehnte Zeitung reinzuholen. Nämlich dort waren wir zu sehen! Die ganze Klasse war zu sehen, samt unserem Klassenlehrer Herrn Bethke.

In der darauf folgenden Politikstunde mit Herrn Bethke feierten wir unseren Erfolg. Wir erinnerten uns an die witzigsten und erstaunlichsten Situationen, die uns allen passiert sind. Shanjanaa und Helin kamen vor Lachen kaum zu Wort, als sie ihr Erlebnis uns schildern wollten. Schließlich schafften sie es noch uns ihre Story zu erzählen.
In der Fußgängerzone begegneten die beiden einer Frau, die zuerst sehr interessiert wirkte. Shani, so großzügig wie sie nun mal ist, gab der Frau für eine Spende gleich mehrere Süßigkeiten und weitere Kleinigkeiten. Die Spende betrug allerdings nur 2 Cent.
Tasso dagegen erzählte, wie er jemanden ein Infoblatt gab, und diese Person ihn doch sprachlos eine Minute lang anstarrte. Nach diesem sprachlosen Moment verabschiedete sie sich und verließ Tasso ohne eine Spende. Tja, eben ein sprachloser Moment.
Betti, Nina und ich (Giulia) erlebten ebenfalls ein sehr amüsierendes Erlebnis. Höflich bot Betti einem Mann ein Infoblatt an, der mit der kurzen und vorbei zischenden Ausrede „Ich kann nicht lesen“ an ihr vorbei eilte. Auch ein Franzose begnügte die beiden Freunde Daniel und Tasso. Er verstand zunächst nicht was die beiden von ihm wollten und fragte daher, ob sie Französisch sprechen könnten. Tasso, der „Lateiner“ verstand natürlich gar nichts und ehe Daniel antworten konnte, entwischte der Franzose ihnen auch schon wieder.

Eins steht fest, wir hatten unseren Spaß und spendeten dabei 186,11 Euro. Auch, wenn es heftig wehte und regnete, so was war eine wahrhaftige mega Aktion!

Tipps für Spendensammler in Fußgängerzonen!

  • Wenn Leute am Rand entlang gehen, um euch auszuweichen, braucht ihr sie nicht anzusprechen. Das sind nämlich „Ich-Spende-Nichts-Leute“.
  • Wenn ein älteres Paar an euch vorbei kommt, fragt das weibliche Geschlecht, dass meistens Mitleid hat. Diese spenden nämlich, im Gegensatz zu ihren Männern.
  • Wenn welche Leute interessiert sind, und einen die ganze Zeit erzählen, was sie so alles machen bzw. auch spenden, spenden sie allerhöchstens nur „wenige“ Cent. Aber, für jede Spende ist jeder Cent ein Goldstück.

Das war unser Erlebnis mit dem Projekt „terre des hommes“.

Kinderrechte für immer!

(Giulia)

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