Start   Suche         [ Gast ]  07.09.2010 04:34:16
   

Aktuelles
Kontakt
Unsere Schule
Lernen am GAT
Service
Kultur
Schulpflegschaft
Oberstufe
Unsere Ehemaligen
Archiv
  Was mal aktuell war ...
  ... im Schuljahr 2006/07
  Startseite
  Szenische Lesung der Eichmann-Protokolle
„Arzt hätt’ ich nicht werden dürfen“
Szenische Lesung der Eichmann-Protokolle am Altenforst

eichmann1Am 15.01.2007 fand in der Aula des Gymnasiums zum Altenforst Geschichtsunterricht der anderen Art statt. Nach einem vergeblichen Versuch im letzen Jahr hatte es endlich geklappt, die Schauspieler der Hannoverschen Kammerspiele für ein Gastspiel am Altenforst, einer szenischen Lesung der Eichmann-Protokolle, zu gewinnen. Vor ca. 230 interessierten Zuhö-rern – fast der gesamten Oberstufe sowie zwei Klassen der Jahrgangsstufe 10 - stellten die beiden Schauspieler in einer ca. 50-minütigen Lesung Auszüge aus den gut 3.500 Seiten langen Verhörprotokollen des SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann vor, die im Verlauf seines Prozesses in Israel aufgezeichnet worden waren.
Eichmann, der als Leiter als Leiter des „Referats für Judenangelegenheiten“ IV B 4 von seinem Berliner Büro die Deportation von etwa drei Millionen Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager organisierte und damit einer der Hauptverantwortlichen für den Holocaust ist, gilt als Prototyp des völlig skrupel- und gewissenlosen Schreibtischtäters.
Nach Kriegsende gelang es ihm, in Deutschland unterzutauchen und schließlich nach Argentinien zu fliehen, wo er durch mehrfaches Wechseln seiner Identität und Aufenthaltsorte einer Strafverfolgung zunächst entgehen konnte. Schließlich wurde er 1960 durch den israelischen Geheimdienst Mossad enttarnt, entführt und nach Israel gebracht, wo ihm schließlich am 11. April wegen Verbrechen gegen das jüdische Volk und gegen die Menschlichkeit der Prozess gemacht wurde, der am 15. Dezember mit der Verhängung der Todesstrafe endete. Eichmann wurde am 1. Juni 1962 durch den Strang hingerichtet.

eichmann2Die beiden Darsteller übernahmen in der szenischen Lesung im Wesentlichen die Rollen von Eichmann und dem das Verhör führenden Hauptmann der israelischen Polizei. Neben der Umsetzung der in ihrer Offenheit und Brutalität erschreckenden Aussagen Eichmanns wurde dem Publikum gleichzeitig ein guter Überblick über historische Fakten und den Werdegang Eichmanns geboten. Im Verlauf des Verhörs stritt Eichmann immer wieder jegliche Schuld und Verantwortung ab und berief sich darauf, lediglich seine Pflicht getan zu haben, die ihm überdies stets zuwider gewesen. Schließlich sei er ein sensibler Mensch, der noch nicht ein-mal in der Lage sei, Blut oder größere Schnittwunden sehen zu können, auch sei ihm bei der wiederholten Besichtigung der Konzentrations- und Vernichtungslager schlecht geworden, was schließlich in der Aussage gipfelte, die der Veranstaltung ihren Titel gab: „Arzt hätt’ ich nicht werden dürfen“. Die Akribie und Besessenheit, mit denen er die er Aufspürung und Deportation der Juden betrieb, entlarvten jedoch ihn als Überzeugungstäter und seine Aussagen als blanken Zynismus.
Nach der eindrucksvollen Lesung und szenischen Umsetzung des Protokolls hatten die Schüler noch Gelegenheit, sich in einer Diskussions- und Fragerunde mit dem Gehörten auseinander zu setzen. Dieser durch das große Fachwissen und den einfühlsamen Umgang der Darsteller mit den Schülern und der Thematik geprägte Abschluss machte die zweistündige Veranstaltung zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Für „mehr“: http://www.hannoversche-kammerspiele.de/stuecke/arzt.htm

Links
Impressum
Schulprogramm
Akademie
GAT Newsletter
Unterrichtsorganisation
Förderverein
     
this website is powered by mpcms
© 2002 - 2004 mp internet service & consulting