G8 am GAT
Notwendige Veränderungen in der Unterrichtsorganisation zum Schuljahresbeginn 2007/2008
Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,
wie Sie wissen, hat die Landesregierung entschieden, dass die Schüler/innen an NRW-Gymnasien zum ersten Mal 2013 das Abitur schon nach acht Jahren („G8“) ablegen werden – sie sollen bis zum Abitur allerdings nicht weniger Unterricht erhalten als bisher, sondern ebenfalls die von der Kultusministerkonferenz vorgegebenen 265 Wochenstunden.
Künftig beträgt deshalb die Stundenzahl/Woche in den G8-Klassen 7 bis 12 nicht mehr 29 bis 30, sondern durchgängig 34: Das sind fast jeden Tag 7 Stunden und bis zu 7 verschiedene Fächer, für die Bücher und Materialien mitzubringen und Vorbereitungen und Hausaufgaben zu erledigen sind.
Was das für die Schüler/innen bedeutet, haben uns schon zu Beginn des Schuljahres Eltern der Klassen 6 zurückgemeldet, in denen bereits in diesem Schuljahr 32 bis 33 Stunden erreicht werden, weil im Vorjahr nicht erteilter Unterricht nachgeholt wird: Inzwischen berichten auch Lehrer/innen dieser Klassen, dass selbst leistungsfähige Schüler/innen unter dieser Belastung sich zunehmend überfordert fühlen, kaum noch Freizeit haben und sich im Unterricht weniger aufnahmefähig, einige fast apathisch zeigen.
Die Lehrerkonferenz hat seit Beginn des Schuljahres mehrfach über die Frage beraten, welche organisatorischen Maßnahmen dabei helfen können, die schulpolitische Vorgabe einer Schulzeitverkürzung (und die damit unvermeidlich verbundene Ausweitung der Wochenstundenzahl) ohne solche Belastungen und auch ohne Qualitätsverlust umzusetzen.
Mehr als 75% der Lehrer/innen halten, um dieses Ziel zu erreichen, die folgenden Veränderungen für notwendig und werden sie deshalb (in Schulpflegschaft und Schülerrat) zur Diskussion stellen, bevor die Schulkonferenz darüber entscheiden muss:
- weniger Fächer/Tag/Woche durch Umstellung der Stundentafel von 45’- auf 60’- Einheiten und durch Epochenunterricht in den nicht-schriftlichen Fächern (= ein Fach wird nur in einem Halbjahr, dafür aber mit höherer Stundenzahl unterrichtet),
- ausreichende Erholungspausen (vor allem eine längere Mittagspause nach vier 60’-Einheiten), um die Konzentrationsfähigkeit von Lehrer/innen und Schüler/innen über den längeren Unterrichtstag zu erhalten bzw. wiederherzustellen,
- längere Wechselzeiten zwischen den Unterrichtseinheiten, so dass die Schüler/innen und Lehrer/innen ohne Hetze den Raumwechsel vor Beginn der nächsten Unterrichtsstunde abschließen und deshalb die Unterrichtszeit vollständig nutzen können.
Unter G8 würde der Unterricht in den Klassen 5/6 dann an ein bis zwei Tagen, in den Klassen 7 bis 9 an zwei bis drei Tagen gegen 15.40 Uhr enden, an den übrigen Tagen aber schon gegen 12.30 Uhr.
In den auslaufenden G9-Klassen (im kommenden Schuljahr die Klassen 8 - 10), für die wir das bisherige Zeitraster nicht parallel weiterführen können, wird es wegen der geringeren Wochenstundenzahl ebenfalls nur ein bis zwei Langtage geben. In der SII werden sich die Veränderungen zunächst nur auf die Gliederung des Unterrichtstages beziehen, denn hier geht der Unterricht heute schon fast täglich bis 15.45 Uhr.
Ich bin überzeugt, dass durch die beabsichtigten Maßnahmen mehr Ruhe und Gelassenheit in den Schulalltag einkehren werden, die für das Miteinander von Lehrer/innen und Schüler/innen, aber auch für die Lernergebnisse förderlich sein werden.
Über Einzelheiten, die wir derzeit noch ausarbeiten, werde ich Sie nach den Osterferien informieren.
Mit freundlichen Grüßen
Fischer |