Verabschiedung der Abiturientia 2014 oder "Abi Ahoi!"

 Am 27. Juni erhielten 97 Abiturientinnen und Abiturienten des zweiten G8-Jahrgangs ihre Abschlusszeugnisse. Vorbei ist die „wilde Fahrt unter dem Kommando des Fischers“ – nun gilt es „hinaus in die Welt zu ziehen“, so beschreibt Andreas Müsch, sympathischer und smarter Stufenprimus, das Ende der Schulzeit im Schlusswort der Abizeitung.

An diesem Tag wirkten die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs, dem manchmal ein gewisser Mangel an Motivation (nicht etwa fehlendes Talent!) nachgesagt wurde, alles andere als lethargisch. Junge Frauen flanierten strahlend in unterschiedlichsten Abend- oder Cocktailkleidern teils auf Schwindel erregenden high heels durch den nüchternen Neubau des Altenforst. Auch die Schüler nahmen die Verabschiedung zum Anlass sich schick zu kleiden und waren in feierlicher Stimmung.

Der Chor der Stufe unter der Leitung von David Hubert begrüßte alle Anwesenden mit dem Song „Stand By Me,“ sodass sich die Stufe als geschlossene Einheit präsentierte, die gelernt hat zusammenzuhalten. Unsere Abiturient(inn)en entschieden sich für das Motto „Fisherman’s Friends – Ist er zu stark, bist du zu schwach.“ Kein Zweifel, Schulleiter Gerhard Fischer mutete unserer Schülerschaft aus deren Sicht unpopuläre Einschränkungen zu: an oberster Stelle der unbeliebten Maßnahmen rangieren in beliebiger Reihenfolge sicher das Handyverbot, das Ipod-Verbot und das Rauchverbot auf dem Schulgelände inklusive einer großzügig bemessenen Bannmeile zum Schutz der beeinflussbaren Jugend. Schlimmer noch, Herr Fischer verteidigte diese Regeln und Verbote in gefürchteten „Unter-vier-Augen“-Gesprächen, weil er auf die Einsicht des Delinquenten setze, gute Gründe anführte und diese Maßnahmen nicht als Einschränkung der Freiheiten sieht, sondern als Form der Fürsorge vertritt. In diesem Jahr verabschiedet sich nicht nur der zweite G8-Jahrgang vom GAT, sondern auch unser Schulleiter – nach fast 30 Jahren am Altenforst!

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Hinweis: Wer gern professionelle Fotos wie dieses Gruppenfoto der Stufe oder Einzelfotos von der Zeugnisübergabe hätte, kann sich auf der Homepage der Fotografin informieren - www.michellegeist.com

 

Ein doppelter Abschied und eine kritische Bilanz

In seiner Begrüßung und Ansprache war spürbar, dass Gerhard Fischer auch sein eigener Abschied schmerzte. Er verabschiedete seine diesjährige und letzte Abiturientia mit einem kritischen Blick auf deren Leistungen, die ein sehr gemischtes Bild abgaben. Spitzenleistungen wurden erzielt, aber es kam auch zu einigen Einbrüchen in den zentralen Prüfungen. Drei Schüler/innen schlossen das Abitur mit der Topnote 1,0 ab, zugleich gab es aber 68 zusätzliche mündliche Abweich- oder Bestehensprüfungen – so viele wie noch nie. Doch auch die Fachoberschulreife, die 12 Schüler/innen statt des Abiturs erreichten, sei aller Ehren wert. „Niemand ist wirklich gescheitert,“ betonte Fischer. Dennoch müsse nach den Gründen der teils verminderten Leistungen in den zentralen Abiturprüfungen gesucht werden. Fischer nannte die „freudige Freizeitfröhlichkeit“ einiger Schüler/innen als eine Ursache, gepaart mit unzureichenden Lernanstrengungen.Ganz klar: dem ein oder anderen hätte er noch mehr zugetraut!

Was braucht ihr? Langen Atem, Ideen, Vertrauen, Verlässlichkeit & Kooperationen

Nach diesen kritischen Worten schöpfte Fischer aus den reichen Erfahrungen, die er in drei Dekaden als Schulleiter gemacht hatte und stellte die Frage „was braucht ihr“ für eine erfolgreiche Zukunft? Er führte langwierige Schulprojekte als Beispiele dafür an, dass man einen langen Atem brauche und Ideen, die man nicht erst aus der Tasche zaubern könne, wenn sich gerade eine gute Gelegenheit biete. Qualitäten wie Vertrauen, Verlässlichkeit und Kooperationen seien unumgänglich, um diese Ideen für alle zu verwirklichen, anstatt sich „Vorsprung auf Kosten anderer“ zu sichern. Er warb für Strukturen, die gute Ergebnisse ermöglichen und warnte vor Entscheidungen, die schnellen Beifall einbringen, aber ergebnislos bleiben. Man müsse die Mühen der Beharrlichkeit auf sich nehmen.

Fischer erklärte erneut den gebundenen Ganztag als unvermeidliche Antwort auf G8, eine Umstrukturierung, die entgegen der Sachlage leider zu Widerständen geführt habe. „Wer voraus denkt,“ resümierte der Sturm geprüfte Schulleiter, „muss mit Abwehrreflexen rechnen.“ Insgesamt sei der Motor für gelungene Schulentwicklung der „Wettbewerb unter gleichen,“ dies habe für Schüler und Eltern der Stadt Troisdorf zu einer ungewöhnlich guten Wahl zwischen Schulen mit Konzepten geführt.  

Einen langen Atem brauchten während dieser Rede auch unsere Abiturient(inn)en, die erstmal auf die Gratulation zur Hochschulreife warten mussten. Als Fischer schließlich den Jahrgang zu seinem Erfolg beglückwünschte, brauste frenetischer Beifall auf. Seine Gratulation kam also spät, dafür aber mit Nachdruck.

 „Das Schiff ist sicher im Hafen – aber dafür ist es nicht gebaut!“

Das Wort ging sogleich an Liban Abdisalam Mohamed, der die Ansprache an die Abiturientia hielt. „Wir können uns alle freuen, dass wir hier sind & stolz auf uns sein,“ erklärte Liban, bevor auch er zurückblickte. Ihm war noch sehr präsent, wie es unter den Schüler/innen der 5. Klasse – Liban eingeschossen - zu Spannungen kam, weil manche den ‚falschen’ Wohnort hatten: 24 Schüler aus Spich hätten sich gegen 3 Schüler aus Menden verschworen. „Heute sind wir ein kleines bisschen weiter,“ so Liban, und er ergänzte verschmitzt und zu allgemeiner Heiterkeit, aus Menden zu stammen sei immer noch besser als aus Altenrath.

 

Mit Blick auf die Schulleitung resümmierte Liban, „es war ja nicht alles schlecht“ und betonte die „unterschiedlichen Vorstellungen von Schulleitung, Schülerschaft und Eltern“. Es klang versöhnlich, als er jedem eine eigene und berechtigte Sichtweise zugestand. Obwohl Liban einen lapidaren Ton anschlug, sprach er auch über die kommenden Herausforderungen für die Abiturienten. „Das Schiff ist sicher im Hafen – aber dafür ist es nicht gebaut!“ war das heimliche Motto seiner Ansprache. Das Abiturzeugnis sei ein „Dokument unserer Zukunft,“ ein Startschuss die bekannten Gewässer zu verlassen und neue zu erkunden. Ein Hauch Wehmut war spürbar, als Liban von den schönen Erinnerungen sprach, die für immer bleiben werden. Für das Leben habe man am Altenforst nicht nur „Wissen und Bildung“ auf den Weg bekommen, sondern auch gelernt miteinander umzugehen. Seinen aufrichtigen Dank sprach er nicht nur seinen Mitschüler(inne)n aus. Man dürfe nicht die Menschen vergessen, ohne die der schulische Alltag nicht funktioniert: Er dankte im Namen der Stufe den Reinigungskräften, dem Hausmeister Bruno Pabst und den Sekretärinnen.

Als der Stufenchor „Circle of Life“ als Medley anstimmte, lag noch immer ein Hauch an Melancholie in der Luft, der mit dem Refrain „the sun will rise!“ ganz der Freude wich. Nach ein paar technischen Schwierigkeiten (Beharrlichkeit!) wurden die besonderen Leistungen einzelner Schüler/innen geehrt.

„Jetzt ist erstmal Sommer!“ freut sich die SV nach einer arbeitsreichen Phase

Der ehemalige Schülervertreter Max Mantsch dankte der jetzigen SV für eine schöne gemeinsame Zeit. Die Zusammenarbeit sei perfekt gewesen, es habe sich nach und nach mit Helen Greve-Groß und Marie Franz ein verschworenes Dreierteam entwickelt. Allen stünde jetzt der Weg in die Zukunft offen. „Ich wünsche euch allen schwere Wege nicht allein gehen zu müssen und Menschen zu begegnen, die euch so lieben wie wir.“

David Hubert drückte seine „allerherzlichsten Glückwünsche zum Abitur“ aus bedankte sich besonders bei dem Schulsanitätsdienst. Im Schulalltag gebe es glücklicherweise selten dramatischen Verletzungen, aber es sei ein gutes Gefühl zu wissen, dass unsere Sanitäter/innen jederzeit kompetent zur Stelle sind.

Auch außergewöhnliche Leistungen in den Fächern wurden geehrt. Michael Funke übereichte Leonard Hofmann den 1. Preis der Mathematik. Ansgar Meise und Katrin Hoppe erhielten von Torsten Heimermann den ersten Preis im Fach Physik. Beste Leistungen in Chemie wurden Niklas Weyel bescheinigt.

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 Katrin Koppe und Ansgar Meise mit Stufenleiter Torsten Heimermann

Der große Moment der Zeugnisvergabe war gekommen. Den drei Stufenbesten Lorenz Materne, Alina Schlagwein und Andreas Müsch, die mit der Topnote 1,0 abschlossen, wurde das Reifezeugnis mit Sternchen verliehen.

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 Andreas Müsch, Alina Schlagwein, Lorenz Materne

Die ‚Neuzugänge’ am GAT, die von der Realschule an das Gymnasium wechselten und hier besonders erfolgreich das Abitur absolvierten, sind Melina Apel, Felicitas Schmitz und Sven Heß.

Ein Hoch auf uns! Auf dieses Leben/Auf den Moment/Der immer bleibt!

Die Zeugnisse wurden dann in alphabetischer Reihenfolge vergeben und es zeigte sich wieder die Vielfalt und Individualität dieser Stufe. Kleidung, Auftreten und selbst gewählte Musik für den Gang über den GATwalk zeugten von Selbstbewusstsein und liebenswürdiger Eigenwilligkeit. Die Abiturient/innen wurden mit dieser rituellen Choreographie des Abschieds empfangen: Herr Fischer überreichte das Zeugnis, während Fotografin Michelle Geist diesen sonst so flüchtigen Augenblick digital festhielt. Torsten Heimermann und Christopher Bensch als kompetentes, immer ansprechbares Stufenleiterteam sowie die jeweiligen Fachlehrer/innen der Leistungskurse gratulierten und alle erhielten von Silke Rest, ehemaliger Stufenleiterin, mit dem Zeugnis eine wunderschöne langstielige Rose.

Der Blick in die Gesichter der Abiturient(inn)en öffnete Herzen, nicht nur die der Familien, sondern auch die der ehemaligen Lehrer/innen. Eine Fotografie aus Kindertagen, in Großformat an die Leinwand projiziert, betonte die unbekümmerte Kindheit und weckte Wehmut und Stolz. Zahllose Kameras klickten, Wellen von Applaus begleiteten die Abiturient(inn)en auf ihrem Weg aus dem heimatlichen Hafe

Nachdem der letzte Name aufgerufen worden war, sang der Chor der Stufe „May The Road Rise To Meet You“. Dann formierte sich die Stufe zum letzten gemeinsamen Gruppenfoto auf der Treppe des Schulhofs. Wieder ertönte das vielfache Klicken von Kameras, dann löste sich die Gruppe auf und machte sich auf den Weg zum Abiball in der Stadthalle Troisdorf.

Die Sommer- und WM-Hymne „Auf uns,“ einer der gewählten Songs eines Abiturienten, klang nach, weil er so passend war. Es ist ein Tribut an die Freundschaft und eine Hymne an das Leben und den einen, magischen Augenblick, den es festzuhalten gilt.

Um ein letztes Mal die von euch gewählte Schiffsmetaphorik zu bemühen: Es ist euch gelungen, ihr seid der Sicherheit und Enge des Hafens entkommen und bereit euch den Stürmen (und leider auch den Flauten) des Lebens zu stellen.

Wir gratulieren allen Abiturientinnen und Abiturienten dieses Jahrgangs von Herzen und wünschen gute Fahrt! „Ein Hoch auf das/Was vor euch liegt/Dass es das Beste für euch gibt/Ein Hoch auf das, was euch vereint/Auf diese Zeit!

 

SHE

 

 

 

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