Französisch am Gymnasium „Zum Altenforst“

In den 60er Jahren, als der „Altenforst“ noch ein Mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium war, fristete das Fach Französisch ein eher bescheidenes Dasein. Anfangssprache in der Sexta (heute Klasse 5) war Latein oder Englisch, in der Quarta (Kl. 7) wurde Englisch bzw. Latein gewählt und in der Obertertia (Kl. 9) kam vielleicht Französisch hinzu für Schüler, die nicht den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig wählten.

Mit der Reform der gymnasialen Oberstufe Anfang der 70er Jahre und der damit verbundenen Auflösung fachlich orientierter Bildungszweige am Gymnasium konnten Schüler in Klasse 7, sofern sie in Klasse 5 Englisch als Anfangssprache gewählt hatten, zwischen Latein und Französisch als zweiter Fremdsprache wählen. Damals entschieden sich noch viele Schüler bzw. deren Eltern für die Anfangssprache Latein oder für Latein als zweite Fremdsprache nach Englisch, galt doch Latein als das Fach, das das logische Denken und den präzisen Umgang mit Sprache fördert, somit den Gebrauch der Muttersprache verbessert und als Grundlage für den Erwerb weiterer Fremdsprachen, besonders des Französischen, dient. Folglich wurden in der Jahrgangsstufe 7 meist zwei Klassen mit der Sprachenfolge L/E, zwei mit den Sprachen E/L und nur eine mit E/F eingerichtet. Dies war erstmalig im Schuljahr 1977/78 der Fall (7e mit 34 Schülern). Die Zahl der Schüler, die erst in Klasse 9 Französisch als dritte Fremdsprache im Differenzierungsbereich wählten war entsprechend groß: im Schuljahr 1977/78 gab es zwei Kurse mit je über 35 Schülern.

Bereits in der zweiten Hälfte der 80 er Jahre verringerte sich allmählich die Zahl der Schüler, die Latein als erste Sprache wählten und es stieg die Zahl der Schüler, die Französisch als zweite Fremdsprache wählten, so dass entsprechend die Frequenz der Kurse mit Französisch als dritter Fremdsprache abnahm. Diese Tendenz verstärkte sich, als in den 90er Jahren das Fach Informatik im Differenzierungsangebot der Jahrgangsstufe 9 zu einer starken Konkurrenz wurde. Die gleichzeitig relativ starke Abnahme von Lateinanfängern in Klasse 5 führte 1993 zu ersten Überlegungen  über eine neue Sprachenfolge am „Altenforst“.

Zwischenzeitlich hatten bereits etliche Gymnasien in NRW, aber auch in der Region Köln/Bonn und Rhein-Sieg-Kreis Französisch als erste Fremdsprache in Klasse 5 eingeführt und damit gute Erfahrungen gemacht. Es hatte sich gezeigt, dass Kinder in diesem Alter durchaus in der Lage sind, eine als relativ schwer geltende Fremdsprache auch ohne Vorkenntnisse des Lateinischen zu erwerben und sich in ihr auszudrücken und zu verständigen. Nach einigen Hospitationen an o. a. Gymnasien und der dreijährigen Erfahrung mit einer Sprachanfängerklasse (inkl. Schüleraustausch), die Frau Gilles-Gatzweiler durch Abordnung an das Städt. Gymnasium Alleestraße in Siegburg gewinnen konnte, ließen sich schließlich die Bedenken v. a. der Lateinlehrer, aber auch der z. T. ebenfalls skeptischen Französischlehrer ausräumen und die Schulkonferenz beschloss am 29. 6. 1995, die Sprachenfolge um zu stellen. In Klasse 5 sollten Englisch und Französisch als erste Fremdsprache angeboten werden, in Klasse 7 Französisch und Latein für die Englischanfänger, Englisch wurde für Französischanfänger in der / verbindlich.

Wie erwartet stieß das neue Angebot zunächst auf Skepsis seitens der Eltern, sodass erst im Schuljahr 1997/98 eine Französischklasse mit 26 Schülern „eingeschult“ wurde. Das „Experiment“ erwies sich als sehr positiv, die Schüler lernten schnell Französisch und waren auch in den anderen Fächern leistungsstark. In den folgenden Schuljahren kamen jeweils Französischklassen in „normaler“ Klassenstärke zu Stande (27-30 Schüler), bis auf eine Ausnahme: im Schuljahr 1999/2000 musste eine gemischte Französisch/Englischklasse eingerichtet werden, da nur 18 Kinder Französisch wählten.

Im Laufe der Zeit wurde von Eltern der Wunsch geäußert, ihre Kinder neben Englisch als zweiter Fremdsprache auch Latein lernen zu lassen, um das Latinum zu erwerben. Entsprechend organisierte die Schule die unter dem Etikett „Nimm 2“ firmierende Möglichkeit,  in Klasse 7 sowohl Englisch und Latein als auch für die Englischanfänger Latein und Französisch parallel zu lernen. Voraussetzung waren gute Leistungen in den schriftlichen Fächern der Klasse 6 und eine Empfehlung der Erprobungsstufenkonferenz.

Die Leistungsstärke der Schüler der Französischanfängerklassen zeigte sich deutlich u. a. darin, dass die Klassen – abgesehen von Ausnahmen – bis zum Ende der Sekundarstufe I nur unwesentlich kleiner wurden und war andererseits erkennbar an dem hohen Anteil der Schüler dieser Klasse an den Abiturienten mit sehr guten Durchschnittsnoten im Abitur. Die erste Französischanfängerklasse legte 2006 das Abitur ab, die letzte wird 2013 unsere Schule mit hoffentlich sehr guten Ergebnissen verlassen. Seit dem Schuljahr 20005/06 wird Französisch nicht mehr als erste Fremdsprache am „Altenforst“ angeboten, da zu wenig Englischlehrer zur Verfügung standen, um den bereits in der Grundschule begonnenen Englischunterricht dieses Jahrgangs neben dem Französischunterricht fortzuführen. Schade!

Kommende Termine

30Nov
30.11.2017 08:00 - 08:45
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Weihnachtskonzert
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