Allgemeine Informationen zur Fachgruppe Katholische Religionslehre am GAT

Die Fachkonferenz Katholische Religionslehrer besteht zurzeit aus sieben Fachkolleginnen und -kollegen. Zur Fachkonferenz gehört als Gast auch die Fachvorsitzende des Faches Evangelische Religionslehre, sodass eine ökumenische Zusammenarbeit, z.B. mit Austausch von Unterrichts-materialien, gewährleistet ist.
Einladungen zur Fachkonferenz werden auch an die Vertreter der Katholischen Pfarrgemeinden in Troisdorf ausgesprochen. Mit diesen findet seit Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit statt.

Da wir an unserer Schule in 60-Minuten-Raster unterrichten, ergibt sich eine veränderte Stundentafel. Überwiegend wird das Fach zweistündig unterrichtet, in der Jahrgangsstufe 6 in einem Halbjahr jedoch nur einstündig. In der achten Jahrgangsstufe findet kein Religionsunterricht statt. Die achte Jahrgangsstufe wurde ausgewählt, weil die evangelischen Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr meist zur Konfirmation gehen und so kirchlich unterrichtet werden.
Für die Oberstufe gibt es auf katholischer Seite zumeist zwei Kurse mit jeweils 20 bis 28 Schülerinnen und Schüler, wobei es die Ausnahme ist, dass nicht-katholische Schülerinnen und Schüler das Fach wählen. Selten werden in der Q2 diese Kurse je nach Wahlverhalten der Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer zu einem Kurs zusammengelegt.


Zum Ende der Sekundarstufe I werden alle Schülerinnen und Schüler sowie deren Erziehungs-berechtigte im Rahmen einer zentralen Informationsveranstaltung über die Belegverpflichtung im Fach KR, das an dieser Schule nur in Grundkursen belegt werden kann, unterrichtet. Das Fach Katholische Religionslehre ist an unserer Schule jährlich mündliches und in manchem Jahr auch schriftliches Abiturfach.


Bedingt durch die Heterogenität der Schülerschaft und die damit zusammenhängenden unterschiedlichen lebensweltlichen Erfahrungen, nimmt der Katholische Religionsunterricht an unserer Schule die konkreten Lebensweltbezüge der Schülerinnen und Schüler in den Blick und integriert diese durchgängig in den Unterricht, um zur Erweiterung der Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenz beizutragen.

Hinsichtlich der methodischen Vorgaben ist sich die Fachkonferenz einig, dass es auch Aufgabe des Religionsunterrichts ist, zur sinnvollen Nutzung und Beherrschung von Informations- und Kommunikationstechnologien anzuleiten und diese kritisch reflektiert im Unterricht einzusetzen.

Ein weiterer Teil des religionsunterrichtlichen Konzeptes beinhaltet die gemeinsame Gottesdienstvorbereitung. Daher findet in jedem Schulhalbjahr für jede Jahrgangstufe, 7 und 8 gekoppelt, sowie für die gesamte Oberstufe jeweils ein ökumenischer Gottesdienst statt. Im Jahresverlauf gibt es darüber hinaus vier große Gottesdienste (Einschulung, vor den Weihnachtsferien, vor den Osterferien und am Schuljahresende), die allen Schülerinnen und Schülern offenstehen. Jeder Gottesdienst wird mit einem der jeweiligen Kurse vorbereitet, so dass die Schüler/innen ihren Gottesdienst auch als solchen empfinden.

Methodisch greift das Fach Katholische Religionslehre auf die Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler im Unterricht der Sekundarstufe I basierend auf dem kompetenzorientierten Curriculum erworben haben, zurück.
Der auch im Schulprogramm implementierte Auftrag des Faches Katholische Religion zur Werteerziehung wird auch durch eine im Zweijahrestakt stattfindende Exerzitien-Fahrt für die Oberstufenschülerinnen und -schüler nach Taizé unterstützt (siehe Artikel hierzu).

Fachspezifische Fragestellungen und Inhalte
ergeben sich somit aus den jeweiligen Unterrichtsfeldern sowie den lebensnahen religiösen Wertvorstellungen, wozu auch Exkursionen (z.B. Klöster, Kirchen, Friedhöfe, Synagogen oder Moscheen) beitragen können. Der lebensnahe und auch regionale Bezug ist der Fachschaft wichtig.

Grundsätze der Fachdidaktik und der Fachmethodik
Fächerübergreifende Leitlinien
Methodisch ist der Unterricht möglichst problemorientiert, schülerorientiert sowie inhalts- und zielorientiert anzulegen.
Unterrichtsentwicklung ist auf Lernprogression hin ausgerichtet, strukturiert und funktional. Sie fördert eine aktive Teilnahme, möglichst auch selbstorganisiertes Lernen der Schülerinnen und Schüler.
Unterricht bietet Möglichkeiten und Freiräume, die Zusammenarbeit zwischen den Schülerinnen und Schülern zu fördern und ihnen eigene Lösungswege zu ermöglichen. Unterricht geht auf individuelle Lernwege einzelner ein.
Unterricht fördert strukturierte und funktionale Partner- und Gruppenarbeit und ermöglicht Selbstständigkeit beim Lernen.

Fachspezifische Leitlinien:
Die fachliche Auseinandersetzung im Katholischen Religionsunterricht wird grundsätzlich so angelegt, dass die theologischen Inhalte immer in ihrer Verschränkung und wechselseitigen Erschließung zu den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler sowie konkurrierender Deutungen thematisiert werden.

Aufgaben des Faches Katholische Religionslehre:

  • strukturiertes und lebensbedeutsames Grundwissen über die Heilige Schrift sowie den Glauben der Kirche zu vermitteln
  • reflektierte Begegnung mit und ein Verständnis für Formen gelebten Glaubens zu ermöglichen
  • die religiöse Dialog- und Urteilsfähigkeit zu fördern
    und daraus folgend:
  • die Entwicklung von Gestaltungskompetenz zur kritischen Reflexion geschlechter- und kulturstereotyper Zuordnungen
  • Werteerziehung, Erziehung zur Empathie und Solidarität mit Schwächeren und Armen
  • eine Erziehung zum Aufbau und zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft
  • eine Erziehung zur Nachhaltigkeit und zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen auch für kommende Generationen.

Die folgenden allgemeinen Ausführungen zum Fach Katholische Religionslehre am Gymnasium in NRW sind wörtlich entnommen: www.schulentwicklung.nrw.de (Lehrplannavigator.)
Im Rahmen des Bildungsauftrags des Gymnasiums in der Sekundarstufe I erschließt der Religionsunterricht die religiöse Dimension der Wirklichkeit und des Lebens und trägt zur religiösen Bildung der Schülerinnen und Schüler bei. Er wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen und Lehren der jeweiligen Religionsgemeinschaft erteilt.

Als ordentliches Lehrfach hat der katholische Religionsunterricht teil am Erziehungs- und Bildungsauftrag des Gymnasiums in der Sekundarstufe I. Er orientiert sich grundsätzlich am Individuum als dem aktiven Gestalter seines eigenen Bildungsprozesses und respektiert die persönliche Freiheit des anderen. Der Religionsunterricht nimmt die Schülerinnen und Schüler, ihre Lebenswelten, ihre Auffassungen von Wirklichkeit ernst. Er ist deshalb als kommunikatives Handeln zu verstehen und zu gestalten, das die Prinzipien Lebensbezug, Selbsttätigkeit und Handlungsorientierung berücksichtigt. Innerhalb der von allen Fächern zu erfüllenden Querschnittsaufgaben trägt insbesondere auch der Religionsunterricht im Rahmen der Kompetenzentwicklung zur Sensibilisierung für unterschiedliche Geschlechterperspektiven, zur Werteerziehung, zum Aufbau sozialer Verantwortung, zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft, zur nachhaltigen Entwicklung und Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, zur kulturellen Mitgestaltung sowie zum interkulturellen Verständnis bei.

Zur Bildung gehört das Nachdenken über letzte Fragen, über Ziele und Zwecke individuellen und gesellschaftlichen Handelns und über die Einheit der Wirklichkeit. Religion eröffnet „einen eigenen Zugang zur Wirklichkeit, der durch keinen anderen Modus der Welterfahrung ersetzt werden kann.“ 1 Es ist Aufgabe religiöser Bildung, den Kindern und Jugendlichen einen verstehenden Zugang zu religiösen Weltdeutungen und Lebensweisen zu erschließen und sie schrittweise zu verantwortlichem Denken und Verhalten im Hinblick auf Religion und Glaube zu befähigen. Indem der Religionsunterricht diese Aufgabe wahrnimmt, leistet er einen eigenständigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und Weltorientierung im Rahmen allgemeiner schulischer Bildung.

Religiöse Bildung achtet die Würde des Einzelnen als von Gott geliebten Menschen, jenseits von etwaiger Funktionalität und Verwertbarkeit. Bildung im christlichen Kontext zielt auf die Verwirklichung der Bestimmung des Menschen zu einer von Gott gewollten Freiheit. Dieses Verständnis vom Menschen ist begründet in der Zuwendung und Selbstmitteilung Gottes in der Geschichte mit seinem Volk und in Jesus Christus, der in seinem Leben und seiner Verkündigung, in seinem Sterben und Auferstehen bezeugt, was Inhalt und Grund christlichen Glaubens ist.

In seinem Bildungsauftrag wird der Religionsunterricht durch religiöse Pluralität, Individualisierung und Kirchenferne herausgefordert: Religiöse Pluralität meint dabei nicht nur das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Konfessionen und Religionen, nicht nur die Differenzierungen innerhalb des Christentums, sondern zeigt sich auch in der jeweils individuellen Verbindung unterschiedlicher, mitunter widersprüchlicher religiöser und säkularer Vorstellungen und Praktiken. Religion gerät angesichts von„Gleich-Gültigkeit“ und Beliebigkeit zunehmend zu einer subjektiven Angelegenheit. Darüber hinaus hat eine wachsende Zahl der Kinder und Jugendlichen, die am Religionsunterricht teilnehmen, kaum noch Kontakt zu Formen des gelebten Glaubens. Im Religionsunterricht kann nicht selbstverständlich auf religiöse Vorerfahrungen aus Familie, Kirchengemeinde oder Jugendgruppe zurückgegriffen werden. Für immer mehr Schülerinnen und Schüler ist der schulische Religionsunterricht der wichtigste und oft einzige Ort der Begegnung mit dem christlichen Glauben und der Kirche. Er steht also vor der Aufgabe, den Bereich von Religion und Glauben nachvollziehbar und begreifbar zu machen, den viele Kinder und Jugendliche von innen her nicht kennen. Obwohl der schulische Religionsunterricht von Katechese in der Kirchengemeinde grundsätzlich zu unterscheiden ist, gehört nach katholischem Verständnis im katholischen Religionsunterricht die konfessionelle Bindung von Lehre, Lernenden und Lehrenden im Grundsatz zusammen2.

In der veränderten religiösen Situation gewinnen vor allem die Religionslehrerinnen und Religionslehrer für viele Schülerinnen und Schüler als wichtige Ansprechpartner in Glaubens- und Lebensfragen besondere Bedeutung. Schülerinnen und Schüler dürfen von ihnen nicht nur eine fachlich fundierte Auskunft erwarten, sondern auch dass sie die Botschaft des Evangeliums glaubwürdig vertreten. Seitens der katholischen Kirche findet diese Erwartung an die Religionslehrerinnen und Religionslehrer sowie das Vertrauen, das sie ihnen entgegenbringt, ihren Ausdruck in der Verleihung der Kirchlichen Bevollmächtigung.

Der Religionsunterricht stellt sich dem biblischen Auftrag, „jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“ (1 Petr 3,15) und nimmt dadurch teil an einer Aufgabe, die dem Christentum immer wieder gestellt war und ist: unter den Bedingungen des jeweiligen kulturellen Kontextes und in Vergewisserung mit der Vergangenheit auszudeuten, was der christliche Glaube ist und was er den Menschen sagen will. Der katholische Religionsunterricht reflektiert Religion und Religiosität entsprechend der Bezugswissenschaft Katholische Theologie und dem Glauben der Kirche. Zugleich bietet er den Raum für die Entwicklung und Ausbildung einer Fragehaltung sowie für die Begegnung mit religiösen Phänomenen und christlicher Praxis. Er ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, ihre Fragen und Erfahrungen zum Anspruch des christlichen Glaubens in Beziehung zu setzen. Dabei nimmt er die Fragen und Antwortversuche der Kinder und Jugendlichen ernst, die sich insbesondere in der Umbruchsituation von der Kindheit ins Jugendalter stellen. In seiner korrelativen Ausrichtung geht es ihm darum, dass „Glauben im Kontext des Lebens nachvollziehbar und das Leben im Licht des Glaubens verstehbar“3 wird.

Dazu gehört auch, die Schülerinnen und Schüler zu einem zunehmend selbstständigen und vor der Vernunft verantwortbaren Urteil in Fragen der Religion und des christlichen Glaubens zu befähigen. Der Glaube der Kirche distanziert sich nämlich sowohl von relativistischer Beliebigkeit als auch von fundamentalistischer Engführung.

Vor diesem Hintergrund steht der Religionsunterricht vor den Aufgaben,

  • strukturiertes und lebensbedeutsames Grundwissen über die Heilige Schrift sowie den Glauben der Kirche zu vermitteln,
  • reflektierte Begegnung mit Formen gelebten Glaubens zu ermöglichen und
  • die religiöse Dialog- und Urteilsfähigkeit zu fördern.

Dabei kann der konfessionelle und damit eben nicht neutrale Religionsunterricht in der Begegnung mit einer bestimmten Glaubensüberzeugung und Glaubenspraxis zu einer tragfähigen Lebensorientierung beitragen. Er ermutigt die Schülerinnen und Schüler zu einer eigenen Stellungnahme. In ihm wird deutlich, dass Religion zur Entscheidung herausfordert und dass gültige Orientierung im Leben nur vor dem Hintergrund einer begründeten Entscheidung gegeben werden kann. Zu einer recht verstandenen Konfessionalität gehören wesentlich auch eine grundlegende Offenheit gegenüber den anderen christlichen Konfessionen und die hierfür notwendige Dialogbereitschaft.

Ein in dieser Weise konfessionell und zugleich dialogisch ausgerichteter Religionsunterricht folgt dem didaktischen Prinzip der Perspektivenübernahme. Die Auseinandersetzung mit den Inhalten des christlichen Glaubens und anderer Religionen geschieht nicht in der Perspektive eines distanzierten Beobachters, sondern schließt die Bereitschaft ein, andere Sichtweisen und Gesichtspunkte in der eigenen Urteilsbildung zu berücksichtigen und sich zumindest ansatzweise in andere Lebens- und Erlebensweisen einzufühlen.4

Toleranz gegenüber dem anderen mit seinen Überzeugungen und Verständigung sind ohne eine solche Perspektivenübernahme nicht möglich. Damit trägt der katholische Religionsunterricht entscheidend zur Herausbildung einer „gesprächsfähigen Identität“5 der Schülerinnen und Schüler bei und ermöglicht ihnen so, von ihrem Recht auf Gewissens- und Religionsfreiheit Gebrauch zu machen.

Im Prozess religiöser Bildung erwerben die Schülerinnen und Schüler im katholischen Religionsunterricht als übergreifende fachliche Kompetenz die Fähigkeit zu einem verantwortlichen Umgang mit dem christlichen Glauben, mit anderen Religionen und Weltanschauungen, mit der eigenen Religiosität in einer pluralen Welt sowie zu verantwortlichem Handeln in Gesellschaft und Kirche. Vor diesem Hintergrund ist zu bedenken, dass die operationalisierbaren und überprüfbaren Kompetenzen, die dieser Lehrplan im Folgenden beschreibt, die Vieldimensionalität des Religionsunterrichts nicht vollständig abbilden können. Gleichwohl geht es im schulischen Religionsunterricht darum, verbindliche Kompetenzen zu erwerben und ihr Erreichen zu überprüfen.
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1 Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen. Die deutschen Bischöfe 80. 16. Februar 2005, S. 7.
2 Zur Konfessionalität des Religionsunterrichts und zur Teilnahme nicht-katholischer Schülerinnen und Schüler siehe Nr. 5 des RdErl. „Religionsunterricht an Schulen“ – BASS 12 – 05 Nr. 1.
3 Der Religionsunterricht in der Schule. Synodenbeschluss. Kap. 2.4.2.
4 Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen. S. 29.
5 Die bildende Kraft des Religionsunterrichts. Zur Konfessionalität des katholischen Religionsunterrichts. Die deutschen Bischöfe 56. 27. September 1996. S. 49.

Kommende Termine

21Sep
21.09.2017 08:00 - 08:45
ökum. Gottesdienst SII
28Sep
28.09.2017
Bundesjugendspiele
2Okt
02.10.2017
Ehemaligen Treffen
5Okt
05.10.2017 08:00 - 08:45
ökum. Gottesdienst 9-er
23Okt
23.10.2017 - 05.11.2017
Herbstferien