„Beziehungskisten“ am GAT - Liebesgedichte auf der Bühne

Verpackungsboxen und Umzugskartons. Material, das man eher im Altpapier-Container als auf der Bühne erwartet war Stoff und zentrales Element der Theateraufführung „Beziehungskisten“ des Q1-Literaturkurses des Gymnasiums zum Altenforst unter der Leitung von Sascha Ternedde-Wieck.
28 Schülerinnen und Schüler widmeten sich der Liebeslyrik der vergangenen Jahrhunderte. In 13 Sequenzen zeigte sich die Liebe von ihrer schönen und hässlichen Seite. In einem mittelalterlichen Gedicht von unbekannter Herkunft heißt es: „Ich bin din – und du bist min.“ Die Zuneigung gipfelt in einer psychischen und körperlichen Fessel, als die Kartons auf der Bühne zu einem goldenen Käfig um die Auserwählte geformt werden. Zeitgleich kann die Liebe aber auch ein Anker in einer schnelllebigen und anonymen Welt sein, wenn auf der Bühne zwei Segel eine harmonische Partnerschaft bilden. Sehnsucht, erste Verluste, Angst und das allumfließende Glücksgefühl – die „Beziehungskisten“ nahmen den Zuschauer mit auf eine emotionale Achterbahn.

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Die Vorgabe zur Inszenierung lautete denkbar einfach: das einzige Spielmittel sind Kartons aller Art. Die Schüler mussten also kreativ und abstrakt denken lernen, um den Kisten einen Charakter, eine Emotion zu verleihen. Es entstand eine Theaterästhetik weit entfernt vom Naturalismus. Der Umzugskarton aus dem Baumarkt bildete mit der Laserdrucker-Umverpackung eine fragile Grenze oder unüberwindbare Mauer zwischen zwei Verliebten. Die Dynamik und Wechselhaftigkeit der Liebe spiegelte sich auf der Bühne durch die Veränderlichkeit von Form und Funktion der Kartons wider.
Die darstellerische Leistung der Schüler ist dabei genauso hervorzuheben wie der kreative Prozess auf der Bühne. Freude und Leid spiegelten sich nicht zuletzt vor allem in den Gesichtern der Akteure. Mit viel Applaus honorierte das Publikum am Ende des kurzweiligen Abends die Inszenierung.
Sascha Ternedde-Wieck zeigte sich nach der Vorstellung begeistert von der Arbeit des Kurses: “Es war vor allem höchst spannend zu beobachten, wie die SchülerInnen während des Probenprozesses sich die lyrischen Texte zu eigen gemacht haben: Vom ersten Ausprobieren, über das spielerische Entwickeln einer eigenen Textdeutung, hin zur Verfeinerung kleiner Nuancen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie aus dem Nichts plötzlich etwas Faszinierendes entsteht.”

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Text und Fotos: Robert Pollheim

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